VON WEGEN EISKALTE TRÄNEN

Silke Hauck belebt mit ihrem Album "Frozen Tears" den Jazz (Rhein-Neckar-Zeitung 18.01.2007 )

 

Hut ab vor dieser Künstlerin. Die Mannheimerin Silke Hauck zeigt sich auf ihrem zweiten englischsprachigen Album von ihrer allerbesten Seite. Schöne Jazzsongs mit apartem Gesang und einer perfekt eingespielten Band. Dass Startrompeter Thomas Siffling das Werk veredelt, gehört ebenso zu den angenehmen Überraschungen wie die akzentuierten Gitarrenkünste von Michael ‚Kosho‘ Koschorreck, der normalerweise bei den Söhnen Mannheims die Saiten zupft. Sicherlich: Silke Hauck ist weder die deutsche Antwort auf Norah Jones noch ihr Ebenbild. Hauck ist viel stärker am Songwriting des Jazz orientiert als die Amerikanerin. Die Gemeinsamkeit beschränkt sich wohl darauf, dass beide den Jazz mögen und als Bandleaderinnen Erfolge feiern. Freilich: Die eine weltweit, die andere regional begrenzt. Das Album "Frozen Tears" setzt dabei ­als typisch deutsche Kopfgeburt- auf den Kontrast eines souligen Timbres mit stark unterkühlten Texten. Gelegentlich blitzt sogar der Bossa Nova auf. Nachdem Silke Hauck an der Seite von Xavier Naidoo ("Dieser Weg") und als Hintergrundmusik für die Telenovela ("Lotta in love") auch ein jüngeres Publikum anspricht, darf man gespannt sein, welchen Weg die talentierte Sängerin künftig nehmen wird. Einen guten.

 

JAZZ (we)

 

Zwei von drei möglichen Punkten, bedeutet Wertung: GUT